Papageienkäfig kaufen – Was musst du Wissen

Egal für welchen Papagei du dich entscheidest, ob groß oder klein vor dem Kauf des passenden Papageienkäfigs gibt es einiges zu berücksichtigen.

Hier auf „Papageienkäfig kaufen“ gebe ich dir viele wichtige Tipps die du bei deiner Wahl berücksichtigen solltest. Sachen wie die richtige Käfiggröße, Gitterabstände, Materialien, etc. Zusätzlich erfährst du alles was du über Haltung, Pflege und Ernährung Wissen musst.

Du bist herzlich eingeladen dich umzusehen und zu stöbern.

 

 

Die richtige Käfiggröße auswählen

Folgend Liste ich hier die gesetzlichen Mindestgrößen für Käfige auf. Die Maße sind für ein Vogelpärchen (2 Vögel). Der Grund dafür, Papageien sind sehr soziale Tiere und auch in Freiheit immer paarweise oder in Gruppen anzutreffen. Einen Schwarmvogel einzeln zu halten würde ihn durch die empfundene Isolation psychisch verkümmern lassen.

Die Grundfläche der angegebenen Volierengröße muss bei Erweiterung mit einem weiteren Paar um 50 % erhöht werden.

– Sittiche und kurzschwänzige Papageien
Gesamtlänge der Vögel Maße ( L / B / H ) in m Grundfläche in m²
bis 25 cm 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5
25 bis 40 cm 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0
über 40 cm 3,0 x 1,0 x 2,0 2,0
– Loris und andere Nektar trinkende Arten
Gesamtlänge der Vögel Maße ( L / B / H ) in m Grundfläche in m²
bis 20 cm 1,0 x 0,5 x 0,5 0,5
über 20 cm 2,0 x 1,0 x 1,0 1,0
– Aras und Kakadus
Gesamtlänge der Vögel Maße ( L / B / H ) in m Grundfläche in m²
bis 40 cm 2,0 x 1,0 x 1,5 1,0
40 bis 60 cm 3,0 x 1,0 x 2,0 1,0
über 60 cm 4,0 x 2,0 x 2,0 2,0

 

 

Papageienkäfig kaufen – Die Käfigform

Die Form des Käfigs spielt auch eine Rolle. Sie sollte wenn möglich Rechteckig sein. Das Dach ist am besten vergittert und nicht bedeckt. So bekommen unsere Schützlinge mehr Licht und Zubehör ist leichter zu montieren.

Vorsicht vor runden Käfigen, sie sind als tierschutzwidrig eingestuft, sie bieten weniger Grundfläche und erschweren den Papageien die Orientierung, da sie keine Fluchtpunkte und Ecken als Rückzugsmöglichkeit bieten.

 

 

Empfohlene Gitterabstände

Je nachdem für welches gefiederte Haustier du dich entscheidest solltest du beim Papageienkäfig kaufen auf die Gitterabstände achten. Den ist der Gitterabstand zu weit könnten die Vögel den Kopf durch das Gitter stecken und abhauen oder Schlimmstenfalls stecken bleiben.

Auch bei zu geringem Gitterabstand besteht Verletzungsgefahr durch eingeklemmte Gliedmaßen. Des weiteren ist auch die Gitterstärke wichtig, ein für einen Wellensittichkäfig gedachtes Gitter zum Beispiel, würde von einem Graupapagei oder einem großen Kakadu nach kurzer Zeit verbogen oder durchgebissen sein.

Die folgenden Werte sind Richtlinien für normales Käfiggitter.

  • Prachtfinken: 8 – 12 mm
  • Wellensittiche, Kanarienvögel, Katharinasittiche, andere ähnlich große Sittiche: 8 – 14 mm
  • Nymphensittiche, andere ähnlich große Sittiche, Agaporniden: 10 – 16 mm
  • Graupapageien, Blaustirnamazone und ähnlich große Papageien, Beos: nicht über 20 mm
  • Gelbhaubenkakadus und ähnlich große Papageien: nicht über 25 mm
  • Große Aras und ähnlich große Papageien: nicht über 35 mm

Wichtig: Gitterstäbe sollten immer Horizontal verlaufen damit unsere Gefiederten Freunde vernünftig klettern können.

 

 

Material Käfig/Voliere

Papageienkäfige werden aus verschiedenen Materialien und mit Beschichtungen verkauft. Dabei ist auf die Unschädlichkeit des Materials zu achten.

 

– Holz

Holzkäfige sind meiner Meinung nach völlig ungeeignet, da das Material von Krummschnäbeln sehr schnell zernagt wird. Desweiteren ist auch die Reinigung bei Holz problematisch.

 

 – Metall

Metallisches Käfiggitter besteht in der Regel aus Stahldraht, der als Rostschutz entweder mit Messing (goldfarben), Chrom (silberfarben) oder farbigen Lack beschichtet wird.

 

– Chrombeschichtung

Über schädliche Wirkung von verchromten Käfiggitter ist nichts bekannt, man geht davon aus das verschlucktes Chrom im Darm nicht aufgenommen wird und deshalb unschädlich ist.

 

– Messingbeschichtung

Aus dem im Messing enthaltenen Kupfer kann Grünspan entstehen, dieses Problem ist aber bei neueren Käfigen durch zusätzliche Beschichtungen weitgehend gelöst. Messing enthält außerdem Zink, was zu Zinkvergiftungen führen kann. Allerdings setzt sich Zink praktisch nur an bereits „rottenden“ Stellen frei, aber auch an beanspruchten Ecken wie dem Türverschluss, oder die Stellen an denen Futternäpfe eingehängt werden. Sind solche Stellen vorhanden sollte der Käfig nicht weiter verwendet werden, oder man sollte sie wenigstens verdecken! Ebenfalls gefährlich sind überstehende Ecken und raue Lötpunkte an schlecht verarbeiteten Käfigen, auch weil sie Angriffsfläche zum nagen bieten und gerade von größeren Papageien ganz abgebissen und verschluckt werden können.

 

– Lackbeschichtung / Plastikbeschichtung

Vorteil ist das auf eventuell schädliche Metallbeschichtungen verzichtet wird.

Nachteilig ist das die Farbe je nach Qualität des Käfigs mit der Zeit oft abblättert oder von Papageien auch abgenagt wird. Verschluckte Farbstücke können gesundheitsschädlich sein, außerdem rosten diese Käfige nach abblättern der Farbe recht schnell.

 

– Hammerschlagbeschichtung / Pulverbeschichtung

Die sogenannte Hammerschlagbeschichtung oder Pulverbeschichtung ist bei guter Verarbeitung eine recht gute Alternative, es gibt mittlerweile viele Billigmodelle die ebenfalls diese Beschichtung verwenden. Untersuchungen haben ergeben das in diesen Käfigen auch oft erschreckend hohe Zinkkonzentrationen zu finden sind, neben anderen Schwermetallen. Die Härte der Beschichtung hält kleineren Vögeln (Sittichen) zwar stand, aber Großpapageien schaffen es mit der Zeit auch die anzunagen und sich daran im schlimmsten Fall zu vergiften.

 

 

Volierendraht

 

– Zinkbeschichtung

Die günstigste und am wenigsten geeignete Variante ist zinkbeschichteter Draht, der zum Teil trotzdem explizit als „Volierendraht“ verkauft wird. Schon alleine durch das am Gitter klettern weisen die meisten in solchen Volieren lebenden Vögel erhöhte Zinkkonzentrationen im Blut auf, es kann auch zu akuten Vergiftungen kommen. Falls solcher Draht trotzdem verwendet wird muss er vorher gründlich auf Zinknasen und überstehende Ecken untersucht werden. Außerdem sollte man das Gitter mit Essig abbürsten und danach gründlich abwaschen bevor die Vögel einziehen, dadurch wird der Zink oxidiert. Trotzdem wird dadurch das Gitter nicht völlig unbedenklich!

 

– Edelstahl

Eine wesentlich bessere Alternative ist Edelstahl. Edelstahlgitter ist zwar teuer und schwieriger zu bekommen, aber unbedenklich für die Vögel.

 

 

Bodenschale und Kotgitter

Achte beim Kauf eines Papageienkäfig darauf das die Bodenschale für eine einfache Reinigung so wie eine Schublade heraus ziehbar ist. Manche Käfige werden mit einem Kotgitter geliefert, das die Vögel von ihren auf den Käfigboden gefallenen Exkrementen fernhalten soll. Solche Gitter sind leider eher unpraktisch und sollten entfernt werden. Reinigt man den Käfig regelmäßig und gründlich ist es für die Vögel nicht gesundheitsschädlich sich auf dem Boden aufzuhalten, viele machen das auch gerne. Außerdem bleiben am Gitter Kotreste und anderer Dreck hängen, was einen zusätzlichen Reinigungsaufwand bedeutet.

 

 

Türen

Die Käfigtüren sollten groß genug sein so das man bequem die Hand hineinstecken kann und die Papageien problemlos durch passen. Aber nicht zu groß, so das beim hantieren im Käfig die Vögel seitlich nicht entwischen können. Praktisch sind Käfige mit mehreren Türen, da man so alle Käfigbereiche gut erreichen kann und immer noch eine oder mehrere frei bleiben wenn zum Beispiel ein Badehäuschen eingehängt wird. Türen sollten sich am besten nach unten öffnen, da solche Türen während dem Freiflug nicht zufallen können und keine Verletzungsgefahr bergen.